Christoph Bartolmäs – Wenn die Jungfrau Maria mit dem Handy telefoniert

Der Künstler Christoph Bartolmäs präsentiert unter dem Seriennamen "In nomine Patris" eine faszinierende Synthese von Erotik und christlicher Symbolik, die in einen modernen Kontext eingebettet ist. 


Guido Walter, kunstStory, 13.5.2024

Christoph Bartolmäs, Hallelulja – Maria am Telefon, kunststory.de
Hallelulja – Maria am Telefon

Seine jüngsten Arbeiten zeichnen sich durch die Darstellung durchsichtiger Erscheinungen von Frauen vor imposanten kirchlichen Bauwerken aus, wie beispielsweise dem Petersdom. Dabei spielt Bartolmäs geschickt mit symbolhaften Figuren wie einem Schwan oder einer Eule, die in der christlichen Ikonografie oft mit tiefgreifenden Bedeutungen assoziiert werden.

Ein herausragendes Werk dieser Serie zeigt die Jungfrau Maria, die mit einem Handy telefoniert und dabei das Jesuskind aus dem Arm zu verlieren droht. Diese unkonventionelle Darstellung stellt eine kraftvolle Reflexion über die Veränderungen in der modernen Welt dar und hinterfragt gleichzeitig traditionelle Glaubensbilder.

Pantheon - in einem fort - gehorsame Schäfchen an heiligem Ort, Christoph Bartolmäs, kunstStory.de
Pantheon - in einem fort - gehorsame Schäfchen an heiligem Ort

Ebenso provokativ ist die Darstellung einer jungen, nackten Frau, die im römischen Pantheon Rotwein trinkt. Hier verschmilzt Bartolmäs die antike Mythologie mit modernen Elementen und stellt mit spielerischer Leichtigkeit eine Brücke zwischen Vergangenheit und Gegenwart her.

 

Doch über die spielerische Erotik hinaus liegt der Fokus von Bartolmäs' Werken auf dem Selbstbewusstsein und der Natürlichkeit der dargestellten Frauen. Ob sie lachend mit direktem Blick, nachdenklich oder in Bewegung sind, in Negligé und schwarzen Strümpfen - die gemalten Frauen strahlen eine Selbstsicherheit aus, die ihre Schönheit noch verstärkt und den Betrachter fasziniert.
Bartolmäs' Frauen zeigen sich frei von gesellschaftlichen Normen und stehen zu ihrem Körper, was eine starke Botschaft der Selbstakzeptanz und Ermächtigung vermittelt.

 

Die Darstellung von Haut und Körperformen erfolgt mit kräftigen Farben und einem schwungvollen Pinselstrich, der sowohl naturalistisch als auch äußerst dynamisch ist. Diese künstlerische Technik verleiht den Werken eine lebendige und sinnliche Qualität, die die Betrachter unmittelbar anspricht.

Ein diskutiertes Merkmal von Bartolmäs' Arbeiten ist ihre vermeintliche "Altmeisterlichkeit". Obwohl sie zeitgenössische Themen behandeln, scheuen seine Werke nicht vor traditionellen Techniken und Stilen zurück.
Dies steht im Kontrast zur Flucht vieler zeitgenössischer Künstler ins Abstrakte. Bartolmäs schätzt die Klarheit seiner Aussagen und strebt danach, Geschichten zu erzählen, die den Betrachter zum Nachdenken anregen und Gespräche anregen. 


Durch die Verbindung von zeitgenössischer Thematik mit klassischer Technik eröffnen seine Werke einen Dialog zwischen Vergangenheit und Gegenwart, der von einer tiefen Wertschätzung für die Tradition und einem innovativen Geist geprägt ist.

Künstler Christoph Bartolmäs, führe uns nicht in Versuchung, kunststory.de
Führe uns nicht in Versuchung

(von links nach rechts)
- Und darum bete ich - dass eure Liebe mehr und mehr reich werde

- Halelulja - Maria am Telefon - Ölskizze

- Die Liebe Gottes ist ausgegossen in unser Herz durch den Heiligen Geist

(von links nach rechts)

- Die Stimme vom Himmel - Du bist dieTochter, an der ich Wohlgefallen habe

- Das Fleisch ist willig, nur der Geist ist schwach
- Auf das ich mit Freuden zu euch komme – durch den Willen Gottes

(von links nach rechts)
- Salomes Tanz

- Tru Confessions

- Zum Anbeten – auf dem Weg zu Gott